Oberlinrede

Persönlichkeiten beziehen Positionen zu aktuellen Themen in der Oberlinkirche

Einmal im Jahr – traditionell um den Reformationstag am 31. Oktober – laden wir Unterstützer unseres Hauses zur Oberlinrede ein. Seit 2012 kommen geladene Gäste in der Oberlinkriche zusammen, wenn Persönlichkeiten aus dem gesellschaftlichen und kulturellen Leben sowie aus Politik und Wirtschaft vor der Kanzel Position zu bestimmten aktuellen Themen beziehen. Diese können in Bezug zum Oberlinhaus und aktuellen Geschehen stehen. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zum Dialog und des gedanklichen Austausches mit dem Redner oder der Rednerin – und natürlich der anwesenden Gäste untereinander. Ziel ist es, Kontakte zu knüpfen und Netzwerke aufzubauen. Zudem möchten wir auf gesellschaftlich relevante Themen aufmerksam machen.

Den Anfang machte 2012 Matthias Platzeck, damals Ministerpräsident des Landes Brandenburg. Seither haben uns zahlreiche Persönlichkeiten mit Ihrem Redebeitrag unterstützt. Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Jahr 2017.

Oberlinrede 2021

Die Oberlinrede 2021 hat am 10.11.2021 im Rahmen des 150-jährigen Bestehens des Oberlinhaus mit geladenen Gästen in der Oberlinkriche stattgefunden. Redner waren die Regisseure Volker Schlöndorff und Wim Wenders. Beide berichteten von großen persönlichen Verlusten in ihrem Leben und darüber, was der Glaube für sie bedeutet. 

Zunächst trat Volker Schlöndorff – Babelsberger und langjähriges Mitglied im Beirat unserer Oberlinstiftung – hinters Rednerpult. In bewegenden Worten berichtete er vom frühen Verlust seiner Mutter. „Hätte ich meine Mutter nicht verloren, hätte ich das Beten vielleicht nie gelernt. Ich war 5, sie war 33 Jahre alt.“ In der Folge wandte er sich immer im Abendgebet an seine Mutter – sie wurde sein persönlicher Schutzengel. „Meine Mutter wurde mein Glaube. Überall konnte sie mich sehen, ob ich böse war. Ihre Liebe wurde größer, wenn ich etwas Gutes tat.“ Obwohl Schlöndorff nicht im klassischen Sinne religiös ist und keiner Kirche angehört, führt er sein ganzes Leben einen inneren Dialog mit seiner Mutter. Auch flossen Szenen ihres tragischen Todes später in seinen oscar-preisgekrönten Film „Die Blechtrommel“ ein.

Im Anschluss sprach Regisseur und Fotograf Wim Wenders zu den Gästen. Auch er hat bereits ein Elternteil verloren, begleitete seinen krebskranken Vater 3 Monate lang. Ein Wendepunkt in seinem Leben sei gewesen, wie der Sterbende sein Schicksal ohne Furcht angenommen habe. „Er hat mir vorgelebt, mit welchem Gottvertrauen er in den Tod gegangen ist. Dafür bin ich ihm für immer dankbar.“ Auch in seinem filmischen Schaffen spielt der Glauben eine Rolle – so kommen in seinem Klassiker „Der Himmel über Berlin“ auch Schutzengel vor.  

Ich stehe hier und kann nicht anders!

Martin Luther, Augustinermönch, Theologieprofessor – und Reformator

In Anlehnung an dieses Luther-Zitat, entstand im Oberlinhaus 2012 die Idee der Oberlinrede. Als Martin Luther diese Worte dem Kaiser auf dem Reichstag in Worms 1521 entgegenhielt, ahnte er noch nicht, wie die Entstehung der reformatorischen Kirche das Gesicht der Welt verändern würde. Es war die Klarheit seiner Position, die den Reformer bestimmte und schließlich diesen Satz in die Geschichtsbücher brachte.

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Stefanie Hahn

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